Grade fragt Sommer: Donald Trump

gradefragtsommertrumpDonald Trump wurde zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Ich habe mich mit David Grade über ihn unterhalten:

David Grade: Donald Trump ist der nächste Präsident der USA. Was sind deine Gedanken dazu?

Torsten Sommer: Niedergeschlagenheit. Es ist traurig mit anzusehen, wie die größte Demokratie weltweit, dieses Land, unter dessen Federführung die westliche Welt vom Faschismus befreit wurde, sich dermaßen demontiert.

DG: Viele sagen die Wahl Trumps stärkt die Rechten weltweit, was meinst du dazu?

TS: Das wird wohl so sein. Das Erstarken der extremen Rechten mit ansehen zu müssen macht mich dabei sehr wütend. Wir hatten das alles schon, das dürfen wir nicht wieder zulassen. Ich werde dafür kämpfen, dass solche Demagogen keine Verantwortung in Deutschland tragen dürfen.

DG: Welchen Einfluss wird die Wahl Trumps auf die Politik in Deutschland haben?

TS: Es wird zu einer weiteren Entsachlichung der politischen Debatten führen.
Wenn doch die, die eh schon keine sachlichen Argumente haben um unsere Gesellschaft zu verbessern, merken, dass sie alleine durch faktenfreies Geschrei Menschen dazu bringen, sie zu wählen, dann werden diese Demagogen diese Gelegenheit nutzen.

DG: Welchen Einfluss hat die Wahl Trumps auf dich ganz persönlich?

TS: Für mich ganz persönlich bedeutet diese Wahl, dass ich mein Engagement noch verstärken werde. Es gilt für unsere bunte, weltoffene Gesellschaft zu kämpfen. Dazu gibt es keine Alternative.

DG: Was können weltoffene Bewegungen aus dem Fall Donald Trump lernen?

TS: Dass wir Informationen und Lösungen nicht nur intellektuell vermitteln müssen, sondern auch emotional. Und wir dürfen die Extremisten niemals unterschätzen. Dazu müssen die Technokraten, die das bisherige Politgeschehen dominieren, endlich lernen, dass die Manipulationen im System zu unterlassen sind. Internationale Handelsverträge wie TTIP oder CETA gehören offen verhandelt. Das diskreditieren des politischen aber demokratischen Mitbewerbers ist zu unterlassen. In der Form wie das Clinton-Wahlkampfteam Bernie Sanders diskreditiert hat, bestärkt das nur die politischen Kräfte außerhalb unseres parlamentarischen Systems. Genau diese Mauscheleien will niemand mehr. An den Beispielen von EU, FIFA, VW etc. muss endlich gelernt werden, dass mehr Transparenz und mehr Offenheit, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit gelebt werden muss. Passiert das nicht, wählen Menschen alles andere, nur nicht ein „weiter so“. Selbst dann, wenn es sich bei der Alternative um mehr oder weniger gut versteckten Faschismus handelt.

Wir müssen zusammen dieses demokratische System endlich am Menschen ausrichten, nicht an systembedingten Zwängen.

Jetzt gilt es für die Demokratie zu kämpfen!

Challenge accepted!

DG: Vielen Dank für das Interview.

Das Interview führte David Grade (DG), Mitglied der Piratenpartei Dortmund, seit 2014 für die Piraten in der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord, und 9ter auf der Landesliste für die Wahl in NRW 2017.

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