Erfahrungen mit Click & Crowdworking

Wir haben Click & Crowdworker nach ihren Erfahrungen mit dieser neuen Form der Arbeit gefragt. Sinnvoller- oder Ironischerweise direkt auf einer solchen Plattform. Heute veröffentlichen wir den ersten Erfahrungsbericht eines Autors der in Ecuador lebt, am Samstag wird ein weiterer Folgen.

Seit etwa 8 Jahren arbeite ich als Freelancer im Internet. D.h. ich erledige Aufgaben, die Unternehmen oder Privatpersonen nicht selbst erledigen möchten, und sie deshalb an Personen vergeben, die diese Arbeitsaufträge gegen ein festgelegtes oder zu verhandelndes Entgelt erledigen. Neben dem Schreiben von Texten beschäftige ich mich vor allem mit Übersetzungen Englisch-Deutsch und Spanisch-Deutsch, da ich sehr gute Kenntnisse dieser Fremdsprachen habe. Zusätzlich übernehme ich Aufträge für Nachforschungen im Internet und Datenerfassung. Mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, an dem diese Arbeiten als Freelancer meine einzige Einkommensquelle darstellen.

Das Internet als Alternative für den normalen Arbeitsmarkt?

Gerade in der heutigen Zeit wird es immer schwerer eine feste Arbeitsstelle zu finden. Viele Unternehmen bauen Stellen ab und vertrauen stattdessen auf technische Neuerungen und Fortschritte, die dafür sorgen, dass weniger Personal benötigt wird. Im Gegensatz dazu befindet sich das Internet im Aufwind. Auch hier hat die Globalisierung begonnen, so dass viele Unternehmen ihre Webseiten nun auch in Fremdsprachen ins Netz stellen. Gut für mich, da ich dadurch öfters für Übersetzungen gebucht werde. Allerdings war es für mich gerade am Anfang alles andere als leicht. Das Internet ist quasi ein rechtsfreier Raum, in dem sich auch eine Menge schwarzer Schafe tummeln. Mit der Zeit lernt man aber seriöse Angebote zu erkennen und diese für sich zu nutzen.

Welche Arten von Arbeit gibt es im Internet?

Angefangen habe ich mit Anbietern des sogenannten Paid-to-Click. Da bekommt man Mails mit Links zugesendet, die man anklicken und sich die verlinkte Webseite für einen festgelegten Zeitraum anschauen muss. Dafür bekommt man allerdings weniger als 1 Cent pro aufgerufener Webseite. Deshalb habe ich diese Art der Arbeit auch schnell wieder beendet. Aufwärts ging es, als ich die verschiedenen Freelancer-Plattformen im Internet entdeckt habe. Ich bin bei Freelancer.com und Upwork.com registriert. Dort schreiben Unternehmen und Privatpersonen aus aller Welt Arbeitsaufträge aus, die sie erledigt haben möchten.

Als registrierter Nutzer der Plattformen kann man Angebote abgeben und im Idealfall wird man für die entsprechenden Aufträge gebucht. Dabei entstehen dem Nutzer zunächst keine Kosten, allerdings muss man bedenken, dass die Betreiber für jeden erledigten Arbeitsauftrag einen Anteil von 10 – 15 % berechnen, der von dem mit dem Auftraggeber vereinbarten Entgelt abgezogen wird. Hier bei Textbroker gibt es keine Kosten. Man meldet sich an, schreibt einen kurzen Probetext und wird anhand der Qualität des Textes in eine entsprechende Kategorie eingestuft. Je höher die Kategorie, umso besser die Bezahlung. Anschließend kann man sich die Texte, die man schreiben möchte, aus der Auftragsliste auswählen.

Was kann man als Freelancer monatlich verdienen?

Da man als Freelancer auf eigene Rechnung arbeitet, hängt das Einkommen sehr vom eigenen Aufwand ab, den man betreibt. Ich selbst arbeite von Montag-Freitag jeden Tag 6 Stunden und am Samstag zusätzlich 4 Stunden, was eine Arbeitszeit von 34 Stunden pro Woche ergibt. Durchschnittlich verdiene ich etwa 1.300 Euro im Monat, womit mein Stundenlohn in etwa im Bereich des in Deutschland gezahlten Mindestlohns von 8,84 Euro pro Stunde liegt. Das hört sich zunächst nicht so wahnsinnig toll an, allerdings lebe ich seit 15 Jahren mit meiner Familie in Ecuador und dort liegt der staatlich festgelegte Mindestlohn bei 366 US-Dollar und der Durchschnittsverdienst bei 600 US-Dollar. Im Vergleich zu diesen Summen verdiene ich erheblich mehr und habe einen geringeren Aufwand. Außerdem habe ich mehr Zeit für meine Familie und die Lebenshaltungskosten liegen weit unter dem Niveau von Deutschland.

Was muss man beachten, um als Freelancer erfolgreich zu sein?

Zunächst würde ich raten nie selbst Geld für ein Stellenangebot auszugeben. Meist wird man dabei nur abgezockt. Verdienstmöglichkeiten im Internet sind meist viel zu hoch angesetzt, da die Werbung der Anbieter nicht kontrolliert wird. Wenn man Arbeiten auf den von mir genannten Plattformen erhält, sollte man nur Arbeiten annehmen, die man auch garantiert erledigen kann und diese im Zeitraum erledigen, den man mit dem Kunden vereinbart hat. Dafür erhält man normalerweise gute Bewertungen der Kunden, was es mit der Zeit einfacher macht, für Folgeaufträge oder von anderen Kunden gebucht zu werden. Besonders am Anfang sollte man vielleicht auch einmal einen schlechter bezahlten Auftrag annehmen, weil neue Nutzer ohne Bewertungen nur selten von den Auftraggebern berücksichtigt werden. Allerdings sollte man sich dem Wert der eigenen Arbeit bewusst sein und dies nicht zur Regel werden lassen.

Wichtiger Hinweis: Diesen Artikel haben wir über die Crowdworker-Plattform textbroker.de erstellen lassen. Der Autor “A-032051” hat dort eine mittlere Bewertung von 3/5 Sternen. Der Artikel hat 10,55 € netto gekostet.

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wie sieht es mit Arbeitnehmerrechten und Gewerkschaften auf solchen Plattformen aus? Auch wenn der Autor des Artikels vieles positiv bewertet und darstellt und es für ihn persönlich so sein mag, so verstehe ich es zur Zeit so, dass diese Plattformen moderne Arbeitssklaven hervorproduzieren. Es war interessant für mich die Meinung eines Autors zu lesen für den diese Plattformen eine echte Perspektive zu sein scheint. Doch das hat natürlich, wie der Autor schreibt, auch etwas mit den Lebenshaltungskosten Ecuador zu tun. Schauen wir zurück nach Deutschland, dann beobachte ich, wie viele Geisteswissenschaftler in Deutschland nach dem Studium starke Schwierigkeiten haben einen Job zu finden der ihr knowhow angemessen wertschätzt. Viele landen als Werbetexter in Agenturen und empfinden die Arbeitsbedingungen dort bereits als ein riesen Problem. Diese Art von Plattformen, die hier vorgestellt wurden können doch nicht ernsthaft unser Angebot an diese jungen Menschen sein?

    • Hallo! Da sich diese Plattformen nur als Mittler, nicht als Arbeitgeber verstehen und die Auftragnehmer nach aktueller Gesetzeslage Werkvertragsnehmer sind, gibt es keinen Arbeitnehmerschutz, wie in einem normalen Arbeitsverhältnis. Eins der Probleme, die wir hier aufzeigen wollen.
      Auf diesen Plattformen wird das Problem des Ausnutzens des Werkvertragssystems überdeutlich. Es braucht hier dringend Leitplanken, die unserer sozialen Marktwirtschaft angemessen sind. Zum Beispiel könnte man darüber nachdenken alle Lohnnebenkosten (Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung, Pflegeversicherung, etc.) auch im Werkvertragssystem vom Auftraggeber übernehmen zu lassen. Es gibt hier verschiedene Ansätze, die Flexibilität solcher Plattformen zu erhalten und trotzdem einen angemessenen Lebensunterhalt für die Leistungserbringer sicher zu stellen.
      Leider stellen sich FDP und CDU strikt dagegen und fordern hier den Markt sich selbst regeln zu lassen. Das führt zu brutalstem Raubtierkapitalismus, einer Lohnabwärtsspirale und einem völlig unmenschlichem Leistungsdruck. Die AfD würde wahrscheinlich noch Menschen zwangsweise solche Jobs übernehmen lassen.
      Am 14. Mai in NRW und Ende September 2017 im Bund kann man sich für die soziale Marktwirtschaft entscheiden!

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