Erfahrungen mit Click & Crowdworking Teil 2

Wie angekündigt, aber mit etwas Verspätung, der zweite Teil der Erfahrungsberichte mit Click & Crowdworking.

Ich bin Crowdworker und nutze für meine Tätigkeit die Angebote mehrerer Internetplattformen, auf denen Firmen unterschiedliche Arbeiten outsourcen. Mein Arbeitsschwerpunkt umfasst vor allem das Schreiben von Texten. Ergänzend dazu erfasse, recherchiere und kategorisiere ich Daten, die Unternehmen etwa für die Marktanalyse oder die Neukundengewinnung benötigen. Ich wähle meine Jobs in der Regel nach dem zu erwartenden Arbeitsaufwand sowie nach dem möglichen Verdienst aus – am Ende eines Arbeitstages zählt nur der erwirtschaftete Gewinn.

Mikrojobber können in der Regel ihren Arbeitsalltag selbst bestimmen. Insbesondere die flexiblen Arbeitszeiten machen Crowdworking für mich attraktiv, da 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr Jobs zur Verfügung stehen. Die zu verrichteten Arbeiten erhalte ich ausschließlich über das Internet. Crowdworking ermöglicht mir, im Ausland zu leben und von dort aus meiner Tätigkeit nachzugehen.

Textbroker

Unter anderem schreibe ich Artikel ich für die Plattform textbroker. Nach einem kleinen Eignungstest werden Autoren innerhalb eines 5-Sterne-Systems eingestuft – je höher die Klassifizierung ausfällt, umso besser sind die Verdienstmöglichkeiten. Geschriebene Texte werden darüber hinaus vom Qualitätsmanagement des Mainzer Unternehmens beurteilt, was eine Ab- oder Hochstufung zur Folge haben kann. Mein derzeitiges Ranking beträgt vier Sterne und reguläre Aufträge werden in dieser Kategorie mit einem Wortpreis von 0,013 Euro vergütet. Somit entspricht der Nettoverdienst für einen 1000 Worte langen Text nur 13,00 Euro. Ob Produktbeschreibungen, Reiseberichte, Werbe- oder Ratgebertexte: Viele meiner verfassten Artikel wurden Bestandteil von teils renommierten Blogs oder Firmenwebseiten.

Im Fall von textbroker erachte ich die Vergütung für allgemein zugängliche Aufträge als zu gering. Steuerpflichtige Autoren, die eine Familie ernähren und Sozialabgaben abführen müssen, können nur unter erheblichem Arbeitsaufwand ein ausreichendes Monatseinkommen erzielen. Zwar wird das Angebot durch Direkt- und Teamorders mit weitaus höheren Wortpreisen ergänzt, Textschreibern stehen diese speziellen Aufträge jedoch nur im geringeren Umfang zur Verfügung.

Nur wer sich die lukrativen Sahnestücke aus dem Jobangebot zahlreicher Anbieter herauspickt, hat eine reelle Chance, sich als Vollzeitcrowdworker zu behaupten. Autoren, die professionellen Content schreiben, sind derzeit gefragt. So ist es nicht verwunderlich, dass Plattformen wie clickworker, content.de oder CrowdGuru Boni auszahlen, um Crowdworker zu binden. Für jeden dritten oder fünften Text einer Kampagne kann etwa ein zusätzlicher Betrag dem Userkonto gutgeschrieben werden.

Andere Plattformen wie Testbirds oder test IO vergeben Aufträge, bei denen Software, Apps und Internetseiten auf ihre Funktionalität hin geprüft werden müssen. Zu den Auftraggebern gehören bekannte Vorzeigeunternehmen wie Bertelsmann, Zalando, Telekom oder Ferrero. Heutzutage ist es im Internet möglich, mit wenigen Klicks kostengünstig selbst kleinste Arbeitsaufträge zu vergeben.

Statistiken und Monatseinkommen

Es mag Statistiken geben, doch meiner Meinung nach lässt sich das durchschnittliche Monatseinkommen eines Crowdworkers nur schwer ermitteln. Der Grund sind hohe Verdienstschwankungen, die den Arbeitsalltag prägen. Oft stehen Jobs nur über einen kurzen Zeitraum zur Verfügung – der Blick auf das Auftragsangebot verschiedener Plattformen dürfte wohl zum morgendlichen Ritual vieler Crowdworker gehören. Auch spielt bei der Berechnung das individuelle Arbeitspensum sowie das persönliche Umfeld eine maßgebliche Rolle. Fakt ist, dass die stetig wachsende Zahl von Crowdworkern zusätzliche Nebeneinkommen erwirtschaften. Diese können bislang nur als Zusatzverdienst angesehen und in keiner Weise mit Gehältern aus regulären Beschäftigungsverhältnissen gleichgesetzt werden. Der monatliche Verdienst entspricht häufig nicht einmal dem gesetzlich festgelegten Mindestlohn. Von dem, was die meisten Projekte abwerfen, kann kaum jemand leben.

Natürlich unterscheidet sich der Verdienst wie auch der damit verbundene Arbeitsaufwand von Anbieter zu Anbieter. Mein höchstes Monatseinkommen, das ich je durch Crowdworking erzielte, betrug rund 900 Euro. In diesem Monat schrieb ich überwiegend Texte für die Internetplattformen CrowdGuru und clickworker. Im Nachhinein lässt sich die geleistete Arbeitszeit nur schwer abschätzen – gefühlt, dürften sich in 30 Tagen etwa 240 Arbeitsstunden angesammelt haben.

Es kann angenommen werden, dass nur die wenigsten Mikrojobber in der Lage sind, ein regelmäßiges Einkommen von mehr als 1000 Euro zu erzielen. Meiner Einschätzung nach dürfte ein durchschnittlicher Verdienst von 200 bis 300 Euro dem derzeitigen Durchschnittsverdienst entsprechen. Das ist insbesondere bei Plattformen der Fall, die überwiegend Miniaufgaben anbieten, für die keine besonderen Qualifikationen oder Vorkenntnisse erforderlich sind.

Neue Form der Arbeit

Crowdworking ist eine neue Form der Arbeit, die bisher von der Politik wenig beachtet wurde. Radikale Umwälzungen für die gesamte Wirtschaft sind langfristig abzusehen. In der jetzigen Gestalt kurbelt Crowdworking die Schwarzarbeit sowie den Leistungsmissbrauch an. Über verschiedene PayPal-Konten ist es ein Leichtes, Vergütungen vor Behörden und Fiskus zu verstecken. Die arbeitsrechtliche Realität folgt der rasanten Internetökonomie nur schleppend und die bestehende Gesetzgebung zur neuen digitalen Arbeitswelt reicht längst nicht mehr aus, Mindestlöhne können von Auftraggebern wie auch von Anbietern problemlos umgangen werden. Darüber hinaus stellt sich zukünftig die Frage, wie und in welchem Maße Crowdworker abgesichert sein sollen.

Wichtiger Hinweis: Diesen Artikel haben wir über die Crowdworker-Plattform textbroker.de erstellen lassen. Der Autor “beckeron” hat dort eine etwas bessere Bewertung von 4/5 Sternen. Der Artikel hat 31,40 € netto gekostet, es handelte sich hierbei um eine Direct Order, also einen Direktauftrag, da der Autor mit mir bekannt ist.

Schreibe einen Kommentar